Höcker unterstützt Technologieoffensive der Bach Heiden AG (CH)

Innovative Entstaubungslösung für Holz- und Gipsstäube

Mit dem Einsatz besonders leistungsstarker Produktionsmaschinen steigen auch die Anforderungen an die Absaug- und Filtertechnik. Wie man sich dieser Herausforderung stellt und eine clevere Lösung findet, zeigt das gemeinsame Projekt, welches die Bach Heiden AG gemeinsam mit der Höcker Polytechnik AG umgesetzt hat. Höcker entwickelt und fertigt seit über 50 Jahren Filter- und Absauglösungen und konnte hier ihre Erfahrung voll ausspielen. Stäube und Späne werden seit 2015 durch die neue Höcker Entstaubungslösung konsequent aus der Fertigung verbannt und der Energieverbrauch wurde erheblich gesenkt.

1936 startete die Bach Heiden AG als traditioneller Schreinerbetrieb in Heiden, nahe St. Gallen. Was vor über 70 Jahren mit zwei holzbegeisterten Schreinern startete, hat sich heute zu einer Großschreinerei mit mehr als 45 Mitarbeitern entwickelt. Die Liebe zum Holz ist natürlich immer noch da, nur das technologische Umfeld hat sich erheblich gewandelt. Ein moderner Maschinenpark mit Hochleistungssägen und –fräsen prägt das Bild der Werkstatt, und es wird vorwiegend mit CNC-Technik gearbeitet. Zu den Geschäftsfeldern zählen hochwertige, individuelle Innenausbauten aus Holz und Brandschutzelemente aus Gips.

Der Fertigungsneubau im Jahr 2015 sollte Raum für das weitere Wachstum schaffen. Die Bach Heiden AG verfügt nun über gut 1.800 m2 Produktionsfläche. Gleich zu Beginn der Planung wurde ein besonderer Fokus auf die bestehende Späneabsaugung gelegt. Schnell war klar, dass sie dem Wachstum geopfert werden müsste und nur eine neue Anlage eine adäquate Absaugung sichern würde. Das Entstaubungskonzept musste komplett neu entwickelt werden. Mit der Schweizer Höcker Polytechnik AG setzte man hier auf einen erfahrenen Entstaubungspartner, der schon viele ähnliche Projekte realisiert hatte.

Daniel Fankhauser von der Höcker Polytechnik AG dazu: „Die Zusammenarbeit mit der Bach Heiden AG war wirklich angenehm und das Ergebnis überzeugt. Zwei MultiStar Filteranlagen sorgen nun für eine reibungslose und staubarme Produktion. Der Wartungsaufwand ist minimal, die Sicherheit wurde erhöht und auch der Energieverbrauch wurde erheblich reduziert. Die Firma Bach weiß, wie wichtig eine zuverlässige Absaug- und Filteranlage für die Produktionsabläufe ist und hat uns daher optimal unterstützt. Während aller Projektphasen konnten wir so unsere Erfahrung einbringen und das für den Kunden optimale Ergebnis realisieren.“

Da Bach Heiden sowohl Holz als auch Gips verarbeitet, durchziehen zwei separate Absaugsysteme die Fertigung, so dass alle Stäube sortenrein abgesaugt und entsorgt werden. Kernstück jedes Absaugsystems ist jeweils eine auf den Einsatz spezialisierte

Multistar Unterdruck-Filteranlage. Beide Anlagen wurden stilvoll in den Hallenneubau integriert und verbergen sich hinter der Fassade. MultiStar Filteranlagen wurden durch „BG-Exam“ auf Druckstoßfestigkeit geprüft und zertifiziert und finden überall ihren Platz. Damit die wichtigen Berstflächen nicht zu sehen sind, wurde eine „on top“ Lösung umgesetzt. Die Berstflächen wurden oberhalb des Filters verbaut und in das Hallendach integriert. Die Druckentlastung der Filter erfolgt somit über das Dach.

Automatische Brikettieranlage in Holzabsaugung integriert

Die Absaugung von Holzstäuben und –spänen übernimmt eine MultiStar Filteranlage von Höcker Polytechnik. Der zentrale Filter liefert eine Luftmenge von 55.450 m3/h bei einer Filterfläche von 524 m2 und arbeitet im Unterdruck. Eine Druckluft-Impulsreinigung (Jetabreinigung) des Filtermaterials sorgt für optimale Filterregeneration und Reinigung. Staub und Späne werden mittels eines Schubbodens und einer Zellenradschleuse aus dem Filter ausgetragen. Elegant neben dem Filter verpresst eine BrikStar Brikettierpresse Holzstaub und –stäube zu wertvollem Heizmaterial. Die Briketts werden über eine Brikettleitung ins Brikettlager transportiert und sind wertvolles Heizmaterial für die langen Wintermonate. Die Verdichtung gegenüber losem Spänematerial erfolgt im Verhältnis von ca. 1:7 wodurch die echte Lagermenge deutlich höher ist als lose geschüttet.

Auch sperrigeres Restmaterial wird bei Bach Heiden zu Briketts verarbeitet. Ein leistungsstarker Restholzzerkleinerer, ein Bestandteil des Gesamtlösungspaketes von HÖCKER, zerkleinert das Material und führt es über die Filteranlage der Brikettierpresse zu. Der Schubbodenfilter trägt auch diese Spanmengen problemlos aus.

Spezielle Absaugung für Gipsstäube

Eine weitere MultiStar Filteranlage saugt die Gipsstäube aus der Brandschutzelementefertigung ab. Die feinen Gipsstäube stellen eine spezifische Anforderung an die Maschinenabsaugung und die gesamte Filtertechnik dar. Höcker Polytechnik platzierte hier eine speziell auf das feine Material abgestimmte Filtertechnik. Der MultiStar Filter liefert eine Luftmenge von 37.350 m3/h bei einer Filterfläche von 461 m2 und arbeitet, wie auch das Holzsystem, im Unterdruck. Die Druckluft-Impulsabreinigung entfernt die Gipsstäube von den Filterschläuchen. Über eine große Förderschnecke werden die Gipsstäube zur Zellenradschleuse bewegt und danach über ein geschlossenes pneumatisches Transportsystem mit Transportventilator in den 25 m3 großen Container befördert.

Einige Maschinen in der Fertigung, auf denen sowohl Holz- als auch Gipselemente verarbeitet werden, verfügen über Absaugleitungen für beide Materialsorten. Über einen Sortenwahlschalter an der Maschine kann der Mitarbeiter dann das jeweils zu verarbeitende Material auswählen, und eine sortenreine Absaugung ist gesichert. Die Vorwahl wird über das ASi-BUS-System der jeweiligen Filteranlage übermittelt und startet und regelt diese vollautomatisch.

Der Reststaubgehalt der von den beiden Filteranlagen gefilterten Luft liegt bei weniger als 0,1 mg/m3 gem. TRGS 553. Er wird über einen Reststaubsensor kontinuierlich überwacht.  Die an den Maschinen abgesaugte Luft wird nach der Filterung in die Werkstatt zurückgeleitet, so dass die Wärmeenergie weitgehend erhalten bleibt. Alternativ kann die verbrauchte Luft natürlich auch während der Sommermonate nach außen geleitet werden.

Reinluftseitig sorgen sechs extern angeordnete 22 kW Ventilatoren für die benötigte Absaugleistung. Sämtliche Maschinen verfügen über automatische Absperrschieber. Sie geben automatisch Meldung an das Steuerungssystem und die Ventilationsleistung wird über eine Siemens SPS Steuerung der Generation S 7-1200 und Frequenzregler stufenlos angepasst. So steht immer die benötigte Absaugleistung zur Verfügung, und es wird nur die unbedingt notwendige Strommenge verbraucht.

Mit intelligenter Steuerung alles Griff

Für die gesamte Signalerfassung und die Ansteuerung der automatischen Absperrschieber wurde das besonders wartungsfreundliche ASI-Bus System ausgewählt. Sie liefert der SPS-Steuerung sämtliche Informationen, die für den energiesparenden Betrieb der gesamten Filteranlage benötigt werden. Ein bedienfreundliches Touch-Panel am Schaltschrank eröffnet den Zugriff auf sämtliche Verbrauchsinfos des Filters und erleichtert die Konfiguration. Die gesamte Anlage ist auf dem Display visualisiert und bietet damit hohen Bedienungs- und Informationskomfort.

Die Kombination einer intelligenten Steuerung mit der Wärmerückgewinnung und der Brikettnutzung senkt Strom- und Heizkosten. Diese Sparfeatures rechnen sich teils innerhalb eines Jahres und sind kleine Amortisationswunder.

Jens Kirchner, Produktions- und Einkaufleiter der Bach Heiden AG, freut sich über das gelungene Projekt: „Die Zusammenarbeit mit Höcker Polytechnik war angenehm. Zusammen mit Herrn Fankhauser entwickelten wir eine spezifisch auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Absauglösung. Nach drei Monaten Praxisbetrieb sind wir von der gesamten Anlage begeistert. Die Absaugung läuft zuverlässig und leise, und die Brikettherstellung läuft weitgehend automatisch. Ganz große Klasse war die Umstellung der gesamten Anlage an nur einem Wochenende, ohne dass wir unsere Betriebsabläufe einschränken mussten. Das war eine hochprofessionelle Arbeit des Höcker Teams.“

Autor: Heiner Kleine-Wechelmann, Vertriebsleitung Hoecker Polytechnik

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